Elke Söllner

    Elke Söllner

    Montag, 18 November 2019 18:20

    Gestresste Schnurrmonster

    Gestresster Kater
    Katzen sind nicht nur rasch besorgte Geschöpfe, sondern zudem nicht besonders stresstauglich. Außerdem übernehmen sie bei einer innigen Bindung unsere Emotionen und Gemütslagen.

    Als neugierige Gewohnheitstiere ist Organisation für Stubentiger oberstes Gebot. Sie haben eine starkes Bedürfnis nach Struktur, da diese ihnen Sicherheit vermittelt. Hierbei sind der Raum inklusive der dritten Dimension sowie Zeit und soziale Beziehungen wesentliche Größen.


    Beispiele - möglicher Ursachen für Stress in der Katze

     

    • Zu hohe Katzendichte auf beschränktem Raum
    • Mangel an Ressourcen (unter Ressourcen ist alles Nötige für ein artgerechtes Leben zusammengefasst, damit das Nahrungsaufnahme-, Bewegungs-, Ruhe-, Sozialverhalten unbesorgt ausgelebt werden). Katzen geraten rasch bezüglich Ressourcenmangels in Besorgnis und sogar in Stress Kein Wunder, sind sie unter natürlichen Bedingungen gänzlich auf sich gestellt. Dementsprechend stark sind ihr Selbsterhaltungstrieb sowie das Bedürfnis die wichtigen Ressourcen zu sichern und zu waren ausgeprägt
    • Tostlose Umfeldbedingungen, Unterbeschäftigung und die damit verursachte Langeweile oder insgesamt restriktive Lebensbedingungen.
    • Des weiteren finden Schlafmangel, Schmerz und oder Krankheit ihren Platz als Verursacher von Stress.
    • Frustration jeder Art, Konflikte mit Artgenossen, zu wenig oder zu viele Reize sind zudem mögliche Stressoren im Leben unserer Samtpfoten.
    • Hunger kann bei unseren Samtpfoten einen starker Stressor darstellen. Da unsere Miezen unter natürlichen Bedingungen viele kleine Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen, sind ihre Mägen entsprechend klein und der Hunger rasch groß.
    • Des weiteren können Familienzuwachs, Umzüge, Trennung, Scheidung, neue Partner oder ein plötzlich umgestalteter Tagesablauf zu einer sehr stressvollen Lebenssituation von Frau und Herr Katze führen.
    • Veränderungen werden von unseren Samtpfoten generell nur in Maßen genossen, eben nur soweit es das individuelle Neugierbedürfnis stillt. Daher dürfen wie ihnen diese in möglichst kleinen Happen servieren.
    • Wie wir Menschen können unsere Samtpfoten w vereinsamen und depressiv werden.

     


    Stresssymptome – worauf sollten sie achten?

    Montag, 18 November 2019 18:18

    Katzengerechte Umfeldgestaltung - Anregungen

    cat playUnsere Samtpfoten haben Bedürfnisse wie wir Menschen. Insbesondere bei reiner Wohnungshaltung suchen wir nach den bestmöglichen Kompromissen zwischen unseren Bedürfnissen und jenen unserer Stubentiger. Fühlt sich unsere Mieze wohl, sind auch wir Menschen glücklich. Anbei einige wichtige Aspekte für ein zufriedenes Katzenleben.

    • Mehr als ausreichend Ressourcen anbieten und diese „streuen“, insbesondere im Mehrkatzenhaushalt. Für angemessene Abwechslung sorgen, damit unserem Stubentiger nicht langweilig wird

    • Wasser und Futter am rechten Fleck und nicht nebeneinander positionieren. Die „Beute“ könnte aus Katzensicht das Wasser kontaminieren.

    • Da Stubentiger grundsätzlich wenig trinken, kann man sie durch unterschiedliche und vermehrte Angebote zum Trinken animieren. Die Präferenzen sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Manche mögen bepflanzte Wasserbecken und andere bevorzugen wieder Fließendwasser. Die Samtpfote selbst zeigt, was ihr gefällt.

    • Erhöhte Aussichtsplattformen anbieten, um das Revier ungestört überblicken zu können und um sich sicherer zu fühlen. Wer erhöht sitzt, ist sozial überlegen.

     

     

    Die dritte Dimension ist Teil des Reviers unserer Samtpfoten

     

    Montag, 18 November 2019 18:17

    Katze als Spiegel des Menschen

    lilly01Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass Katzen und andere Tiere Seelenwesen sind. Außerdem haben Tiere uns voraus, dass ihnen das Ego nicht oder zumindest in weit geringerem Maße im Wege steht. Bei einer innigen Bindung vermögen Katzen wie auch Hunde und Pferde mit uns in Resonanz zu treten. Man könnte auch sagen, sie übernehmen Gedanken-, Gefühlsbilder bis hin zu Erregungslagen von uns und manchmal für uns. Sie fungieren sozusagen als Spiegel. Auf diesem Weg können sie für uns unter anderem therapeutisch und kotherapeutisch wirken.

    Es ist eine Art Liebesakt, dass Katzen unsere Emotionen, Stimmungslagen sowie unser Verhalten widerspiegeln. Sie helfen uns auf diesem Wege uns selbst zu erkennen, unsere versteckten und verdrängten Anteile an das Tageslicht zu befördern. Sie fungieren als wahre Herzöffner sowie Herzaktivierer. Uralte Denk- und Verhaltensmuster schlummern ebenso in uns wie verdrängter Schmerz oder Traumata. Wir sind uns dessen nur zu oft nicht bewusst. Haben vergessen. Katzen helfen uns indem sie uns lehren genauer hinzusehen und hinzuspüren. Um Katzen in ihrer unglaublich subtilen Kommunikation zu verstehen sind wir fast gezwungen unsere Spürwahrnehmung wachzurütteln und zu verfeinern. In Härtefällen werden unsere Miezen offenkundiger verhaltensauffällig. Indem wir vertrauensvoll annehmen, zulassen und loslassen was in uns Schritt für Schritt zu Tage tritt, können wir langsam aber sicher heilen.

    Vielleicht haben Sie bereits von den Spiegelgesetzen gelesen oder gehört? Eines davon möchte ich hier kurz hervorheben.

    Spiegelgesetz 1: „Jene Bereiche, die mich am anderen besonders stören, die ich kritisiere oder sogar bekämpfe und anders haben will, all diese Anteile unterdrücke und verdränge ich in Wahrheit in mir selbst.“

    Als Beispiel sei hier die mich nervende, unruhig nervöse Mieze genannt. „Was hat sie denn heute nur“, denken wir vielleicht. In derartigen Fällen dürfen wir uns selbst an der Nase nehmen und eine tiefen Blick in unser Innerstes werfen. Was hat mich heute in diesen spannungsgeladenen Zustand versetzt? Wurde ein alter wunder Punkt getriggert? Unbewusst und über das auffällige Verhalten unserer Mieze kann uns dies nun sanft ins Bewusstsein kommen. Unsere Samtpfote führt uns unser eigenes Verhalten vor Augen. Von Tieren können wir manchmal leichter annehmen, immerhin werten und verurteilen sie niemals. Sie nehmen uns an, wie wir sind. Freilich sind Frau und Herr Katze selbst auch nicht vor Dysbalancen gefeit und bringen auch immer ihre eigene Geschichte mit. Daher müssen wir uns dafür hüten zu werten oder zu verallgemeinern.Der Schlüssel zum Erfolg ist unter anderem Eigenverantwortung zu übernehmen und die Opferrolle loszulassen.

    Montag, 18 November 2019 18:15

    KATZEN und LERNEN ?

    katze1"Katzen, diese Wesen, haben die unmenschliche Geduld der Erde; das ist ein Jahr, was für den Menschen nur eine Sekunde."

    (Christian Morgenstern)

     

    Da Lernen in der Natur überlebenswichtig ist, sind Frau und Herr Katze keineswegs davon ausgenommen. Die Lerntheorien machen daher auch vor unseren Miezen nicht halt. Dennoch werden sie häufig in ihrem Lernvermögen unterschätzt. Aus dem schlichten Grund, weil sie selbst entscheiden, wann sie was, wie und wo lernen wollen. Ihre Eigenwilligkeit gepaart mit Eigenständigkeit und ihre Selbstbestimmtheit sind schlicht bewundernswert. Manchmal erscheinen sie in ihren Entscheidungen etwas sprunghaft zu sein. Man könnte auch sagen, sie lieben die Spontanität wie die Kinder. Wieder etwas, das wir von ihnen lernen dürfen. Aber wer weiß, vielleicht machen sich unsere Samtpfoten sogar einen kleinen Spaß daraus, nicht für ihre Menschen auf Knopfdruck zu hüpfen und zu springen oder gar in eine Art „Kadavergehorsam“ zu verfallen wie es Hunde oft zu eigen ist.

    Der Trend in der Evolution zielt unmissverständlich auf die immer stärkere Entwicklung des Lernvermögens. Man spricht hier von einem so genannten „offenen Programm“, wo reichlichst Spielraum für individuelle Erfahrungen bleibt. Der natürliche Selektionsdruck richtet sich insgesamt auf eine raschere Anpassungsfähigkeit, denn wer anpassungsfähig ist hat immer die besseren Überlebenschancen. Dieser ist allerdings in den verschiedenen Funktionskreisen unterschiedlich stark ausgeprägt. In den mannigfachen sozialen Bereichen ist die Anpassungsfähigkeit eher gering und auf ökologischem Gebiet am größten ausgebildet.

    Montag, 18 November 2019 18:14

    Qualzuchten

    2008-10-11.wwallsnord.78Es ist kein neues Thema, dennoch scheint es nicht an Aktualität zu verlieren. Für mein Dafürhalten führte ein gar seltsames Schönheitsempfinden zu krank machenden Auswüchsen in der Hundezucht. Vor rund 100 Jahren schauten viele Rassen noch ganz anders aus als heute. Unter anderem wirkten sie in ihrem Körperbau insgesamt häufig "leichter". Wenn die Veränderung nur die Optik beträfe, könnten wir es dabei belassen. Leider sind die gesundheitlichen Folgen schon längst nicht mehr unter den Teppich zu kehren. Der Bewegungsapparat ist ebenso oft beeinträchtigt wie die Schädelform und insbesondere die Nasenlänge. Das Kindchenschema setzte sich bei manchen Rassen zum Leidwesen von Mops & Co zu sehr durch. In diesem Zusammenhang werde ich auf die Brachyzephalie beim Hund etwas näher eingehen. Auf dem Foto ist eine wunderschöne Hundenase zu sehen, wie sie sein soll. Allein die Größe der Nasenlöcher gewähren einen kleinen Einblick, dass es sich hier aller Wahrscheinlichkeit nach um ein gut funktionierendes Organ handelt.

    Ganz allgemein werden kurzköpfige Hunde als brachyzephal bezeichnet. Das Wort „brachis“ heißt kurz und „cephalus“ heißt  Kopf. Vielleicht hat der eine oder andere bereits von „Hydrocephalus“ = „Wasserkopf“ gelesen oder gehört. Er kommt auch bei uns Menschen vor. Bei Hunden gibt es Rassen, mit besonderen Neigungen zu einem Hdyrocephalus wie etwa der Chihuahua. Der Zwergwuchs fordert seinen Tribut.

    Brachyzephalie bei unseren Hunden hat sich keineswegs auf natürlichem Wege entwickelt. Sie wurde vielmehr durch eine gezielte Zuchtauswahl forciert um das Kindchenschema mehr und mehr hervor zu heben. Insbesondere die Nase und das Unterkiefer wurden zu diesem Zweck im Zuge der Zuchtauswahl mehr und mehr verkürzt. Die für uns so süßen Stubsnasen konnten auf diesem Weg auch die erwachsenen Tiere behalten. Die Nasenhöhle wurde dermaßen verkleinert, dass die Nasenmuscheln fehlgestaltet ausgebildet werden und folglich in die ansonsten freien Atemwege hineinwachsen und diese verstopfen. Nicht umsonst sprechen wir in diesen Fällen von "Qualzucht".

    Der Schädel des Hundes wird soweit verändert, dass es zu Deformationen aller oberer Atemwege, dem Gebiss, dem Mittelohr, den Augen und dem Gehirn kommt. Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass kurzköpfige Hunde sehr häufig Probleme mit ihren oberen Atemwegen bekommen. Zusammengefasst werden diese unter dem Begriff Brachyzephales Atemnot-Syndrom (BAS). Typisch sind hier etwa verengte Nasenlöcher und Nasenhöhlen, ein verlängertes und verdicktes Gaumensegel sowie Veränderungen des Kehlkopfes. Mit etwas Glück findet man nur ein einzelnes dieser Merkmale, allerdings können auch alle gemeinsam auftreten. In jedem Fall wird die Atmungsfunktion beeinträchtigt. Dies führt zu einer  unterschiedlich lauten, schnarchenden Atmung bis hin zu hochgradiger Atemnot, Blaufärbung der Schleimhäute (Zyanose) und kann bei einem Kollaps enden. Hunde verfügen ohnedies über eine verhältnismäßig schlechte Thermoregulation. Brachyzephale Hund sind verständlicherweise noch mehr belastet. Bei wärmeren Temperaturen wie im Sommer, verschlechtern sich die Symptome und so sind Erstickungsanfälle nicht selten.

    Rassen mit besagten zuchtbedingten Beeinträchtigungen fallen unter die sogenannten „Qualzuchten“. Von Brachyzephalie hauptsächlich betroffen sind der Mops, französische sowie englische Bulldogge, Shi-Tzu, Pekingesen, Boston Terrier und Boxer. Selbstverständlich gibt es auch Hunde dieser Rassen, die kaum bis keine Beschwerden aufweisen. Die Ausnahmen bestätigen die Regel. Zudem finden wir Brachyzephalie bei manchen Rassekatzen wie der Perserkatze und Exotic Shorthair. Auch bei ihnen kann es zu einer ausgeprägten Atemnot kommen.

    Imgrunde wundert es mich nicht, dass meinem Hund alle schaufend, schnarchenden Rassen äußerst suspekt erscheinen. Imgrunde ist es ein sehr unnatürliches Verhalten und zeugt von einem „kranken“ Tier. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie wir Menschen erkennen können, dass unser Hund an Atemnot leidet. Alle schnarchenden Atemgeräusche, besonders im wachen Zustand, sind bereits ein Hinweis auf eine unnatürliche Verengung der oberen Atemwege. „Normale bzw. gesunde“ Atemwege verursachen weder in Ruhe noch bei angestrengter Atmung ein Schnarchgeräusch. Außerdem hecheln brachyzephale Hunde häufiger, sie können nur schlecht und teilweise gar nicht durch die Nase atmen und sind dementsprechend weniger belastbar. Das sollten wir immer berücksichtigen, wenn wir einer dieser Rassen ein Zuhause schenken. Viele von ihnen haben zudem beim Schlafen Atemprobleme. Desweiteren können Probleme bei der Nahrungsaufnahme auftreten, da diese Hunde während des Fressens nicht ausreichend Luft holen können. Dies alles kann soweit gehen, dass brachyzephale Hunde bei Stress, Wärme, Anstrengung, Belastung und im fortgeschrittenen Stadium, ohnmächtig werden und einfach umkippen. Dies alles ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wie geht es denn uns, bei Atemnot? Dies ist eine Situation, die als lebensbedrohlich wahrgenommen wird. Imgrunde also eine massive Angstsituation und damit eine enorme Stressbelastung.

    Montag, 18 November 2019 18:12

    Wie viel Fleisch benötigen Katze und Hund?

    cat and dog Gemeinhin werden Katzen und Hunde als "Fleischfresser" bezeichnet. Dies resultiert aus der Tatsache, dass beide einen hohen Bedarf an den im Fleisch enthaltenen hochwertigen Proteinen beziehungsweise an bestimmten Eiweißbausteinen = essentielle Aminosäuren, aufweisen. Allerdings gibt es zugleich deutliche Unterschiede zwischen Katze und Hund betreffend ihres Bedarfs an essentiellen Aminosäuren sowie ebenso bezüglich des Stoffwechsels und ihres jeweiligen Jagd- und Fressverhaltens.

    Katzen = Karnivoren = strikte Fleischfresser

    Mehr als Hunde sind Samtpfoten auf Nährstoffe angewiesen, die wir nur im tierischen Gewebe vorfinden. Dementsprechend benötigen Katzen einen Eiweißanteil von 93% in ihrer Nahrung.

    Hunde= Karni-Omnivoren = fleischorientierte Allesfresser

    Bei einem überreichem Angebot können Hunde auf pflanzliche Nahrungsquellen ausweichen. Hunde benötigen einen Anteil von rund 50-70% Fleisch und fleischige Knochen in ihrer Nahrung. Der Rest fügt sich aus Gemüse, Obst, Kräutern und ein wenig Getreide (am besten glutenfrei) zusammen. Zudem vertilgen sie gerne den Kot von Pflanzenfressern wie Pferden. Die besagten 50% beziehen sich auf eine noch näher beschriebene Studie (siehe weiter unten) um den schwedischen Genforscher Erik Axelsson, die darauf schließen läßt, dass Hunde auch mit einem 50:50 Verhältnis sehr gut zu leben verstehen. Dies bedeutet eine ausgewogene Mischung aus Fleisch/Fleischknochen einerseits und Gemüse, Obst, Getreide (am besten glutenfrei) und Kräutern andererseits.

    Ein kurzer Darm bei Katzen und Hunden sowie aggressive Verdauungssäfte dienen zur Fleisch-, Knorpel- und Knochenverdauung.

    Dennoch stellt Fleisch weder für Katzen noch für Hunde ein Alleinfutter dar. Ernährung ist vielmehr ein Puzzle. Wesentlich ist, dass nicht nur das Muskelfleischt nährt, sondern dass auch die Innereien, die Knochen und Knorpel unverzichtbar sind. Die Verdaulichkeit und der Nährwert des Fleisches sind vom jeweiligen Bindegewebsanteil abhängig.  Es gibt allerdings auch hier wieder Unterschiede zwischen Katze und Hund. So verfügen unsere Samtpfoten über einen sensibleren Stoffwechsel und haben wie bereits erwähnt, einen höheren Proteinbedarf als Hunde. Des weiteren fressen Katzen in einem geringerem Maße als Hunde, Eingeweide. Selbst eine sehr hungrige Samtpfote läßt grundsätzlich die bitter schmeckende Galle von ihrem Mahle über. Wie gesagt verschmäht sie häufig auch weitere Eingeweide sowie manchmal Kopf und Schwanz. Der Inhalt von Magen und Darm ist dennoch nicht zu unterschätzen. Hierbei handelt es sich um die bereits vorverdaute und überwiegend pfanzlichen Nahrung der Beutetiere.

    katzenmutterglckMiau ist nicht gleich Miau. Es gibt unterschiedliche Gründe und Ursachen für ein vermehrtes Vokalisieren unserer Stubentiger. Daher ist es für mich als Tierpsychologin sehr wichtig zu erfahren, WIE dies Miauen im Einzelnen aussieht, WANN es vermehrt gezeigt wird, WIE die Sequenzen sind, WIE der Mensch bisher darauf reagierte, WELCHE Maßnahmen bereits gesetzt wurden und ob eventuell weitere Verhaltensauffälligkeiten beobachtet wurden.

    Selbstverständlich zählt Miauen grundsätzlich zum Normalverhalten von Frau und Herr Katze. Auch wenn deutliche rassespezifische (orientalische Rassen etwa sind gesprächiger) sowie individuelle Unterschiede vorliegen, bringen Katzen großteils uns Menschen zuliebe ihr Miauen zur Perfektion. Wir Menschen kommunizieren überwiegend verbal und reagieren daher auch rascher auf verbale Signale unserer Haustiere. Katzen passten sich uns Menschen an, denn untereinander kommunizieren sie überwiegend über andere Kommunikationsformen wie etwa über Gerüche und körpersprachliches Ausdrucksverhalten.

     „Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen.“ (Ernest Hemingway)

    Durchaus kann es sich bei vermehrt auftrendem Vokalisieren auch um eine Verhaltensauffälligkeit, eine Verhaltensstörung oder eine dahinter liegende organischen Erkrankung handeln.

    An oberster Stelle steht daher eine genaue tierärztliche Abklärung, denn auf organischer Ebene gibt es verschiedene mögliche Ursachen, wie

    1. Taubheit

    2. Senilität, Demenz

    3. Schilddrüsenerkrankungen

    4. Erkrankungen des ZNS (inklusive Tumore)

    5. Bluthochdruck

    6. Schmerzhafte Erkrankungen

    Montag, 18 November 2019 17:54

    Katzengesellschaft - Einblicke

    katerMittlerweile haben sich Frau und Herr Katze zum beliebtesten Haustier Österreichs entwickelt. Lange Zeit hielt man Katzen für unsoziale Einzelgänger. Unsere Samtpfoten belehrten uns etwas Besseren und daher nehmen auch jene Katzenhaushalte mit mehr als einem Stubentiger zu. Wenn bei der Gruppenzusammensetzung das Alter, Geschlecht sowie das natürliche Wesen und Verhalten der Katze unberücksichtigt bleiben, sind Probleme vorprogrammiert.

    Katzen sind als Säugetiere grundsätzlich sozial veranlagt, allerdings nicht immer gesellig. Unter frei lebenden Hauskatzen kann man zwei grundlegende soziale Ordnungen beobachten:

    1. Matriarchalisch aufgebaute Familiengruppen

    2. Bruderschaften

    ad 1) Matriarchate:  Die Töchter von sozialen Müttern bleiben häufig in einer Gruppe zusammen und gemeinschaftlich werden die Jungen aufgezogen. Es sind natürlich soziale Verbände aus Müttern, Großmüttern, Tanten, Schwestern und Töchtern. Gemeinsam schützen und verteidigen sie den Nachwuchs und das Revier.

    ad2) Bruderschaften: Mit der Pubertät der Kater oder besser gesagt, wenn sich die Katzenfamilie von alleine zwischen 6 und 8 Monaten auflöst, werden die jungen Kater aus der Gruppe ausgeschlossen, vertrieben oder wandern von selbst ab. Im Sinne der Verhinderung von Inzucht ist dies biologisch äußerst sinnvoll.  

    Montag, 18 November 2019 17:53

    Kaninchen - wer paßt zu wem?

    kaninchenKaninchen zählen zu den Gruppentieren, d.h. sie beziehen ihre Sicherheit aus dem Leben in einer Gruppe mit starken Hierarchien. Die Einzelhaltung grenzt für ein solches Tier daher oft an Tierquälerei und ist abzulehnen. Auf der anderen Seite machen es uns die lieben Kaninchen nicht immer leicht sie zu vergesellschaften. Leider werden Kaninchen noch immer zu oft auf zu engem Raum gehalten. Die Hinterläufe sagen bereits, dass sie viel hoppeln müssen um glücklich zu sein. Daher sollte die Anschaffung eines Kaninchens immer wohl überlegt werden. Sie eignen sich nicht wirklich als Kuscheltiere und noch weniger für Kleinkinder.

    Im Vordergrund bei der Wahl eines Kaninchens, ob als Erstanschaffung, als Zweitkaninchen oder als weiteres Tier für eine bereits bestehende Gruppe, stehen das Geschlecht und der Charakter. Die Größe ist nebensächlich, wohin gegen das Alter auch noch eine Rolle spielen kann. Durchaus können Gruppen mit Kaninchen unterschiedlicher Größe und Rasse ein harmonisches Miteinander leben. Der Charakter ist nicht zu unterschätzen. Zwei dominante Tiere führen ebenso oft zu Problemen wie zwei unterwürfige. Bei Tiergruppen ist daher auf einen ergänzenden Charakter zu achten! Mit anderen Worten sollte man zu einem unterwürfigen Tier ein dominantes und zu einem dominanten Tier ein unterwürfiges Kaninchen wählen. Das vom Charakter unterwürfige Tier bezieht durch das dominante Tier Sicherheit. Es kann sich mit einem weiteren unterwürfigen Tier unsicher fühlen und Stress leiden. Kaninchen leben nun einmal in klaren Strukturen, Hierarchien und beziehen hieraus ihre Sicherheit. Gerade bei Gruppenhaltung ist die Beobachtung des Verhaltens und damit der Charaktere der Tiere immens wichtig, ehe ich ein neues Tier der Gruppe hinzu füge. Zudem müssen wir auf Mobbingsituationen achten.

     

    Da sich Tierhalter überwiegend für eine kleine Gruppe aus zwei Tieren entscheiden, hier ein paar Tipps

    Am besten geeignet ist die Vergesellschaftung eines kastrierten Rammlers mit einem Weibchen, weil dies der natürlichsten Kombination gleich kommt. Hier kann man besonders häufig gegenseitige Fellpflege und Kontaktliegen beobachten. Dennoch sollte das Alter der Tiere Beachtung finden. Ausgewachsene weibliche Tiere sind häufig sehr dominant und daher sollte der kastrierte Rammler älter oder zumindest gleich alt sein.

    Montag, 18 November 2019 17:51

    Sicherheitsbedürfnis der Katze

    katze1

    Schenken wir einer Katze oder einem Kater ein neues Zuhause, sollten wir uns ihrer Bedürfnisse bewusst sein. In wie weit können und wollen wir diesen gerecht werden? In wie weit sind wir bereit Kompromisse zu schließen zwischen unseren Bedürfnissen und jenen unseres vierbeinigen Gefährten? Sich diese Fragen bereits im Vorfeld der Anschaffung eines Tieres zu stellen ist durchaus sinnvoll, damit wir weitestgehend vor unliebsamen Überraschungen gefeit sind. Professionelle Beratungen vor der Übernahme eines Haustieres können ebenso hilfreich sein wie das Lesen von Fachliteratur.

    Unsere Samtpfoten haben ein ausgeprägteres Bedürfnis nach Sicherheit, als wir uns dessen oft gewahr sind. Anhand des „Drei-Säulen-Systems“ führe ich bildhaft ein organisatorisches System vor Augen, aus dem Katzen ihre Sicherheit beziehen.

    1. Raum (3 Dimensionen des Raumes!)

    2. Zeit

    3. Beziehungen (auch jene zum Menschen, der eine wichtige Ressource darstellt)

    Dieses System können wir uns durchwoben von reichlich Ressourcen sowie von mehr oder weniger „beweglichen“ Rang- und Revierverhältnissen vorstellen. Obgleich es sich im übertragenen Sinne überwiegend um „bewegliche“ Strukturen und Dimensionen handelt, reagieren Frau und Herr Katze auf Veränderungen innerhalb dieses Systems sensibel sowie rasch besorgt. Die Bezugsperson Mensch nimmt in diesem Gefüge einen wesentlichen Part ein.

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